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Presse & Neuigkeiten / Ambulante & Stationäre Pflege / Seniorenzentrum Arnold-Overzier-Haus

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Unerwartete Wiedersehen

Erst waren sie Kolleginnen, das war Anfang der 70er Jahre. Dann - 2002 - trafen sie sich als Besucherinnen im „Arnold Overzier Haus“ wieder. Jetzt sind sie Bewohnerinnen des Hauses. Frau Kalthoff wohnt auf dem WB5 und Frau Klosterhalfen auf dem WB2.
Und nun von vorne...

Wo trafen Sie sich das erste Mal?
Frau Klosterhalfen: Bei der Baufirma Ahl. Am Bonner Wall. Dort verwaltete ich die Immobilien meines Chefs.
Frau Kalthoff: Ich war Fremdsprachensekretärin. Mit dem Schwerpunkt Englisch. Außerdem nahm ich Telefonate für Frau Klosterhalfen entgegen und leitete sie an die Kollegin weiter.
Frau Klosterhalfen: Wir haben uns täglich gesehen, arbeiteten jedoch auf verschiedenen Etagen.

Sind Sie Freundinnen geworden?
Frau Klosterhalfen: Nein, das nicht. Wir hatten immer ein gutes Arbeitsverhältnis.
Frau Kalthoff: Über das  Arbeitsverhältnis hinaus gab es auch private Gespräche, doch blieben wir Kolleginnen.

Dann ging jede ihre eigenen Wege, heiratete, gründete eine Familie und blieb der Heimatstadt Köln treu.

Aus welchem Stadtteil kommen Sie?
Frau Kalthoff:  Aus der Südstadt. Ich wohne seit 1962 in der Merowinger Straße. Ich bin eine echte „Kölsche“. Es entstand eine kleine Pause, Frau Kalthoff verbesserte sich: Ich bin eine echte „Südstädterin“.
Frau Klosterhalfen: Ich wohnte auch in der Südstadt. Bis ich heiratete. Dann zog ich nach Weidenpesch, ganz in der Nähe der Rennbahn. Auch ich bin eine echte „Kölsche“.

Daraufhin lachten beide und wussten was eine jede von ihnen empfand.

 

Erkannten Sie sich gleich als Sie sich 2002 nach vielen Jahren wieder trafen?
Frau Klosterhalfen: Ja, ich habe sie gleich erkannt. Das war in der Cafeteria des alten AWO Hauses. Da sah hier noch alles anders aus. Dort saß ich mit meiner Mutter. Wir tranken Kaffee.
Frau Kalthoff: Ja, wir hatten uns gleich wieder erkannt. Die Freude war riesengroß. In der Cafeteria trafen wir uns über die Jahre dann ab und zu.

Beide Frauen gingen in der Zeit zwischen 2002 und 2009 in diesem Haus ein und aus. Frau Kalthoffs Lebensgefährte lebte in diesem Haus und Frau Klosterhalfens Mutter. In dieser Zeit war die Betreuung dieser Menschen ihr Lebensmittelpunkt. Als sie verstarben mieden sie dieses Haus und verloren sich wieder aus den Augen. Keine von beiden hatte je vor, in ein Seniorenheim zu gehen. Doch wie das Leben so spielt...

Heute leben Sie hier. Warum gerade in diesem Haus?
Frau Kalthoff: Meine Heimat ist die Südstadt. Jetzt bin ich nicht weit weg von der Merowinger Straße. Meine Tochter sorgte dafür, dass ich hier einen Platz bekam, denn alleine leben konnte ich nicht mehr. 
Frau Klosterhalfen: Bei mir war es mein Sohn, der alles für mich regelte und es ist so schön, dass ich wieder in dem Stadtteil lebe, in dem ich als junge Frau lebte.
Frau Kalthoff: Heute freue ich mich, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wir begegnen uns ein drittes Mal und knüpfen wieder einmal an.
Frau Klosterhalfen: Das Eingewöhnen macht es mir leichter mit Menschen, die ich schon einmal um mich hatte. Ich bin jetzt sehr froh hier zu sein, denn auch ich konnte nicht mehr alleine leben.

Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview, das ich mit Ihnen führen durfte und wünsche Ihnen eine schöne Zeit in diesem Haus und den Menschen, die hier leben und arbeiten.
Gabriele Fuchs