Pflege braucht Bedingungen, die Menschen tragen können

AWO Köln fordert verlässliche Finanzierung, stabile Teams und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Zum Internationalen Tag der Pflege erinnert die AWO Köln daran, dass Pflege weit mehr ist als Versorgung. Pflege bedeutet heute hochkomplexe medizinische Arbeit, emotionale Belastung, Verantwortung und oft auch die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

„Pflegekräfte versorgen nicht einfach Menschen. Sie begleiten sie durch Krisen, Krankheit, Einsamkeit und Sterben. Dafür braucht es Zeit, Kraft, Fachlichkeit und stabile Rahmenbedingungen“, sagt Ulli Volland-Dörmann, Geschäftsführerin der AWO Köln.

Die Anforderungen in der Pflege sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen werden mit komplexen Erkrankungen versorgt, viele Einrichtungen übernehmen heute selbstverständlich palliative Begleitung und intensive Angehörigenarbeit. Gleichzeitig arbeiten viele Beschäftigte seit Jahren an ihrer Belastungsgrenze.

„Viele Mitarbeitende sagen längst: Es geht nicht zuerst ums Geld. Es geht darum, den Beruf gesund ausüben zu können“, so die Fachbereichsleiterin Pflege, Elisabeth Römisch.

Die AWO Köln fordert deshalb eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung. Pflege dürfe weder zur Armutsfalle für Pflegebedürftige noch zur dauerhaften Überforderung für Beschäftigte und Einrichtungen werden.

Auch in Köln zeigt sich der wachsende Druck deutlich: Ende 2023 galten mehr als 73.000 Menschen als pflegebedürftig. Der überwiegende Teil wird zuhause von Angehörigen oder ambulanten Diensten versorgt. Gleichzeitig steigen die Eigenanteile in Pflegeheimen weiter an. Viele Familien können diese Belastung kaum noch tragen.

Als Trägerin ambulanter und stationärer Pflegeangebote erlebt die AWO Köln täglich, wie schwierig die Situation geworden ist. Gute Pflege braucht ausreichend Personal, faire Arbeitsbedingungen, moderne Ausstattung und verlässliche Finanzierung. Dazu gehört auch die Refinanzierung tariflicher Löhne.

Positiv bewertet die AWO Köln, dass in Nordrhein-Westfalen wieder mehr Menschen eine Ausbildung in Pflege- und Gesundheitsberufen beginnen. Das zeige, dass Pflege Zukunft haben könne – wenn Arbeitsbedingungen, Verlässlichkeit und gesellschaftliche Anerkennung stimmen.

„Pflegekräfte brauchen Bedingungen, unter denen sie ihren Beruf langfristig mit Würde, Professionalität und Gesundheit ausüben können“, erklärt Ulli Volland-Dörmann.

Zum Internationalen Tag der Pflege dankt die AWO Köln allen Mitarbeitenden in Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft, Verwaltung und Leitung für ihren täglichen Einsatz.

„Pflege ist Beziehungsarbeit. Und diese Arbeit trägt unsere Gesellschaft jeden Tag“, so die Fachbereichsleiterin Pflege, Elisabeth Römisch.